Furchtlose Gemeinde

Furchtlose Gemeinde

Ich leite nur ganz, ganz selten die Gedanken von jemanden anderen weiter. Es gibt aber Momente, so wie dieser, wenn jemand dir, so zu sagen, aus dem Herzen spricht. Renata und Nikolaj sind unsere guten Freunde, mit denen wir sehr nah sind. Im Laufe der letzten zwei Jahre sind sie durch das tiefe Tal der Prüfungen gegangen und gestern hat Renate einen Beitrag geschrieben, den ich gerne hier zitieren möchte.

„SCHON SEIT EINER WOCHE MACHE ICH MIR GEDANKEN.

Was ist mit Gott in dieser vergangenen Woche passiert? Was ist mit uns in der letzten Woche passiert?

Vor einer Woche haben wir noch die Predigten über die Suche nach Gott gehört, darüber, dass Gott uns liebt und einen Plan für unsere Zukunft hat. Einen guten Plan, dass selbst, wenn wir durch das Tal des Todesschattens wandern, werden wir uns nicht fürchten, dass Gott immer bei uns ist und uns an die rechte Hand hält. Unsere Herzen waren mit Frieden gefüllt.

Und plötzlich Epidemie! Plötzlich kamen Tausende von Bildern mit einem „letzte Zeit“ Motiv, hundert Jahre alten Prophetien über Weltuntergang und Antichrist sind aus nirgendwo „aufgetaucht“. Wir haben es gelernt, uns selbst Angst zu machen. Eine Frage, wo waren alle diese Dinge vor einer Woche?

So plötzlich hat sich Gott in einer Woche verändert, Er hat alles durchgestrichen, was Er vor einer Woche gesagt hat. Heute ist Er bereit, die ganze Welt zu vernichten. Jetzt kommt der Weltuntergang!

Obwohl diese Situation mit Coronavirus der biblischen Beschreibung der letzten Zeit entspricht, ist Gott, ein Gott des Friedens und Lichts, so geblieben, wie Er war. Seine Liebe und Treu haben sich nicht verändert.  Wir leben einfach in der Welt, die sich selbst zerstört und in der die Sünde herrscht. Die Entscheidung, ob man unter Gottes Schutz bleiben möchte, trifft jeder für sich selbst.

Ich habe heute über den Vers nachgedacht, wo steht, dass sich Gott nicht verändert. Er bleibt derselbe. Letzte Woche war Er genauso wie heute. Was hat sich aber verändert? Wir. Wir denken, dass, wenn hier bei uns etwas verändert wurde, hat sich auch Gott verändert, genauso wie wir.

Das ist aber nicht so, Gott hat sich nicht verändert. Das Wort, das wir vor einer Woche gehört haben, war von Gott und Gottes Frieden in unseren Herzen war unverfälscht. Hört euch die letzten Predigten in Gemeinden an. Auch in dieser Woche kommen sie von Gott. Wenn aber diese Predigten Angst und Unruhe bringen, bin ich mir nicht ganz sicher, ob diese von Gott kommen. Das Wort Gottes bringt den Wunsch hervor, sich zu ändern, sich nach etwas Besserem auszustrecken, die Verlorenen zu retten, bringt die Freude über das ewige Leben mit Gott mit. 

Wenn man aber nach der Predigt einen Wunsch verspürt, sich zu verschließen und in der Furcht auf den Antichristen zu warten, dann frage ich mich, was das für ein Wort ist und woher es kommt.

Gott ist beständig, Gott ist treue und es gibt keine Finsternis in Ihm.

Jakobus 1,17: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten“.

Die Prüfungen, durch die wir auf dieser Erde durchgehen, gab es schon immer und es wird diese weiterhin geben – so bleibt es bis zu Seiner Wiederkunft. Deswegen sollte man ein gerechtes und heiliges Leben führen, an den Tod und die Auferstehung des Christus glauben – dem entsprechend leben und das Opfer Jesu ehren.

Gott ist aber derselbe geblieben. Er liebt dich sehr, liebt ganz stark. Gib Ihm deine Hand und Er wird dich auch durch diese Zeit durchführen. Wenn du gesündigt hast – tue Buße, Er wird dir vergeben. Zweifle aber nicht die ganze Woche an seiner Liebe, wie ich gezweifelt habe.

Ich freue mich sehr, dass ich es begriffen habe!

Ich glaube, wir können Gott damit beleidigen, wenn wir Ihn mit uns vergleichen, mit dem, wie wir gehandelt hätten. Er ist anders.“

Renata Kulakevich

Hier kommt nun noch meine kurze Analyse dazu:

Vor vielen Jahren machte ein bekannter Diener Gottes und Prediger A.W. Tozer eine tiefgründige Aussage: „Eine Welt, die verängstigt ist, braucht eine furchtlose Gemeinde.“

Wie genau und zeitig trifft diese Aussage auf die heutige Welt um uns herum zu. Heute spritzen uns die Medien fast stündlich die „nächste“ Portion der Schocknachrichten ein: weitere Hunderte von Erkrankten, weitere Hunderte von Toten, noch ein weiteres Land hat ihre Grenzen im Kampf ums Überleben zugemacht.

Das ist die Realität! Eine schmerzhafte, beunruhigende, schockierende aber Realität, eine Realität von der man nicht fliehen kann.

Wir können nicht die Augen schließen und hoffen, dass das Ganze einfach ein „Traum“ ist und dass wir bald aufwachen werden und alles wie gestern oder am dritten Tag sein wird. Es wird nicht mehr so sein, wie es gestern war, noch lange nicht, deswegen brauchen wir eine ANTWORT jetzt.

Es gibt so viele Menschen um uns herum, die dringend unsere Hilfe benötigen, sie möchten gehört und getröstet werden und brauchen Hoffnung. Neulich hat Franklin Graham treffend gesagt: „So wie ein Feuerwehrmann zum Feuer rennt, sollte auch die Gemeinde auf die Krise um uns herum reagieren.“ 

Heute, wo öffentliche Versammlungen in Gemeinden verboten sind, ist die Zeit gekommen, das zu praktizieren, vorüber seit Jahren in der Gemeinde gepredigt wurde. Jetzt HABEN wir Zeit das zu tun, was die Schrift Dienst für Gott nennt!

Matthäus 25,34-40: 34 Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! 35 Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; 36 nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir. 

37 Dann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder durstig und gaben dir zu trinken? 38 Wann aber sahen wir dich als Fremdling und nahmen dich auf? Oder nackt und bekleideten dich? 39 Wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.

„Denn ich hungerte…dürstete…war Fremdling…war nackt…war krank…war im Gefängnis“ – wie viele Menschen um uns herum haben Hunger und Durst nach Hoffnung, Trost, Frieden und Liebe. Wie viele von denen, die mit Hoffnungslosigkeit erkrankt sind, die von Angst und Unsicherheit gefangen sind, hat Gott neben uns gestellt. Wie viele Menschen, die uns nah stehen, Gott suchen, wissen aber nicht, WIE sie Ihn finden können.

„Eine Welt, die verängstigt ist, braucht eine furchtlose Gemeinde“ und „So wie ein Feuerwehrmann zum Feuer rennt, sollte auch die Gemeinde auf die Krise um uns herum reagieren.“  

Trotz all dem, was um uns herum passiert, geht unser Leben und der Dienst für Gott weiter – sie machen sogar Fortschritte. Gott hat sich nicht verändert, Seine Verheißungen wurden nicht verändert, Seine Gnade und Kraft ebenso nicht.

Jesaja 41,10: fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Habe keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich stärke dich, ja, ich helfe dir, ja, ich halte dich mit der Rechten meiner Gerechtigkeit.